Munichengeschichte 1878
wurde in München ein nicht farbentragender A.T.V.
(Akademischer Turnverein) gegründet. Seine Mitglieder frönten der
körperlichen Ertüchtigung und übten sich in
allen Disziplinen der Leichtathletik sowie dem Turnen am Boden und am
Gerät. Ihr Vorbild war in dieser Hinsicht "Turnvater" Friedrich Ludwig
Jahn (1778-1852), dessen Wahlspruch "Frisch, Fromm, Fröhlich,
Frei" fast alle Wappenschilder der Turnvereine zierte und auch
heute noch im
Wappen vieler Turnerschaften zu finden ist. Dem A.T.V. München gehörten
Universitäts- und
TH-Studenten an. Man hatte jedoch versäumt, den Verein bei der
Universität anzumelden, was damals Pflicht war. Der
A.T.V. war Mitglied im C.V., dem Cartellverband akademischer
Turnvereine an deutschen Hochschulen. Innerhalb dieses Verbandes gab es
zwei Strömungen, die eine, der auch der A.T.V. München anhing,
erstrebte einen lockeren Verein mit möglichst vielen Mitgliedern, die
andere eine streng korporative Gemeinschaft mit Couleur,
Bestimmungsmensur und Maturitätsprinzip.
Als durch
einen Beschluß des
Verbandes festgelegt
wurde, nur noch Vereine aufzunehmen, die dem Maturitätsprinzip
genügten, beschlossen der Berliner A.T.V. und der A.T.V. München, aus
dem C.V. auszutreten, da sich bei beiden der überwiegende Teil aus TH –
Studenten zusammensetzte. Die TH von
damals entsprach mehr unserem Polytechnikum. Abitur wurde dort nicht
verlangt. Daraufhin traten die Universitätsstudenten sofort aus dem
A.T.V. München aus und gründeten die A.T.V. Munichia, um so im C.V.
bleiben zu können. Zunächst war daran gedacht, den A.T.V. München zu
teilen, in einen TH- und einen Universitätsteil. Da der A.T.V. München
bei seiner Gründung jedoch nicht eingetragen worden war, mußte eine
Neugründung erfolgen. Der Austritt der
Universitätsstudenten aus dem A.T.V. München und der Beschluß einen
neuen Bund zu gründen, erfolgten am 10.01.1883. Dieses Datum wurde
später zum Stiftungstag Munichias erklärt. Am 13.01.1883 wurde der
erste Convent abgehalten, auf dem der Name Munichia, die Farben
rot-weiß-schwarz, der Zirkel
und der Wahlspruch "Freiheit, Ehre,
Vaterland - nec temere, nec timide"
vorgestellt und beschlossen wurden.
Nachdem im Februar 1883 der Eintritt in den C.V.
erfolgte,
wurden in der Folgezeit erste eigene Waffen angeschafft und
der
Fechtbetrieb aufgenommen. Ab 1884 wird das Couleur als Band auch
sichtbar nach außen hin getragen, die Entwicklung zu einer Korporation
ist abgeschlossen. In
den nächsten Jahren hebt der C.V. den Kartellzwang auf und benennt sich
um in V.C.: Vertreterconvent akademischer Turnvereine auf deutschen
Hochschulen. Die Folge davon sind zahlreiche Neugründungen, in München
Ghibellinia. Später werden die Vereine Turnerschaften genannt.
Während
des 1. Weltkrieges wird der Bund geschlossen, da alle Aktiven ins Feld
ziehen. 1919 erfolgt die Wiedereröffnung. 1925 wird das Haus in der
Liebigstraße
gekauft. 1936 wird der Bund in Folge der allgemeinen Gleichschaltung
des NS-Regimes erneut geschlossen. 1951/52
konnte die Turnerschaft mit 12 Füxen wiedereröffnet werden.
Pfingsten 1952 erfolgte der Beitritt zum Coburger
Convent (CC). Zu diesem hatten sich im Vorjahr die Turnerschaften des
V.C. sowie die Landsmannschaften der Deutschen Landsmannschaft (DL)
zusammengeschlossen. 1953
fand eine Verschmelzung mit Frankonia Breslau statt. Frankonia war
1895 unter anderem von Munichenburschen in Breslau gegründet worden.
Man
entschloss sich damals, nachdem die Aussicht auf eine Wiedereröffnung
in nächster Zukunft nicht gegeben war, sich mit unserem Bund zu
verschmelzen, um bei uns die Frankentradition fortleben lassen zu
können. Die Farben der Turnerschaft Frankonia zu Breslau
(hellgrün-weiß-blau,
Perkussion silber, Mütze hellgrün, Tellerformat) leben in Form eines
Traditionsschiebers auf dem Munichenbande heute noch fort.
1954
bezieht man das Wohnheim in der Adalbertstraße, 1962 siedeln wir ins
Augustiner um. Im Jahre 1963 beziehen wir unser eigenes Haus in der
Effnerstraße. Im Jahre 1965/66 ist
Munichia Präsidierende im CC. Der Wahlspruch lautet: „Nichts halb zu
tun, ist edler Geister Art.“ 1973 wird
in München der Bund suspendiert. Die
Wiedereröffnung erfolgt im WS 1977/78 in Bayreuth in einer Etage im
Schloßberglein 2. Im SS 1985 erfolgt
der Kauf des Hauses in der Friedrichstraße 27, in das im SS 1986
eingezogen wird. zurück zur
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